Und wieder sind es die Killerspiele


Nach dem Amoklauf in München: Einmal mehr müssen die sogenannten „Killerspiele“ als Schuldiger herhalten.


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Nach dem schrecklichen Amoklauf in München, der offensichtlich nicht vom Islamischen Staat (IS) ausging, musste also schnell ein neuer Schuldiger gefunden werden.

Als hätten wir es nicht geahnt, sind es einmal mehr die bösen, bösen Killerspiele. Denn wie herausgefunden wurde, spielte der Amokläufer von München Counter Strike: Global Offensive.

Nun wird also wieder die Diskussion vom Zaun gebrochen, ob man nicht solche Killerspiele generell in Deutschland verbieten sollte, da sie ja offensichtlich (nach Meinung der Medien, Politikern und anderen „Experten“) der Auslöser solcher Amokläufe sind.

Würde man diese Logik auch auf die Anschläge des IS übertragen, so müsste dann auch direkt der Islam als Religion verboten werden. Das selbe gilt übrigens auch für alle anderen Religionen, Filme, Spiele oder sonstigen Dinge, die ein paar wenige Personen dazu verleiten (oder wo man eher vermutet, dass sie dadurch verleitet wurden) Anschläge oder Amokläufe zu begehen.

Mir erscheint es aber so, als suche man immer den einfachsten möglichen Auslöser und da bieten sich gerade „Killerspiele“ einmal mehr sehr gut an. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass man also davon ausgeht, dass jeder Spieler auch ein potenzieller Amokläufer ist. Schaut man sich dann aber mal an, wie viele Menschen täglich solche Spiele spielen, sollte recht schnell klar werden, dass das vielleicht doch nicht der Grund dafür ist, warum manche Menschen zu Amokläufern werden.

Gerade unser Innenminister de Maizière ist einmal wieder sehr schnell mit seiner Forderung nach einem Killerspielverbot. Leider ist es immer wieder frustrierend, dass gerade Personen solche Forderungen ausstoßen, denen das Thema sehr fremd ist. Aber es lässt sich eben sehr leicht urteilen, wenn man keine Ahnung hat.

Eventuell sollte man aber auch lieber gleich das Internet verbieten. Denn schließlich informierte sich der Amokläufer dort über Amokläufe und beschaffte sich auch dort die Waffe, mit der er seine schreckliche Tat verübte.

Wie man sieht, ist das Thema deutlich komplexer und es gibt nicht den einen Schuldigen. Es spielen hier viele Faktoren zusammen und auch in einer Welt ohne Ballerspiele, Internet oder Filme, würde es solche furchtbaren Geschehnisse geben. Die Geschichte zeigt, dass es auch schon immer so war. Menschen tun furchtbare Dinge. Und das auch ganz ohne Ballerspiele und Co.

Wie seht ihr das? Würde eurer Meinung ein Verbot der s. g. Killerspiele eine Änderung herbeitführen?

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